Ayurveda für den Sommer

Jetzt ist es endlich Sommer in Deutschland!!! 

Die Sonne steht über der nördlichen Halbkugel und die Erde bewegt sich näher an die Sonne heran (Uttarayana). Die Hitze wird immer stärker und die Lebewesen verlieren mit ansteigenden Temperaturen Energie und Kraft in dieser Zeit. Die klimatischen Veränderungen wirken auch auf die individuelle Konstitution der Doshas und bringen sie aus dem Gleichgewicht. Rithu Charya, die jahreszeitliche Routine, hilft, die Gesundheit von klimatisch bedingten Störungen der Doshas zu erhalten und zu schützen.

Ayurvedisch gesehen sind wir jetzt in der Zeit Grishma Rithu. Diese wurde in den Schriften von Mitte Mai bis Mitte Juli festgelegt, kann aber je nach geographischer Lage etwas variieren. 

Der Sommer ist eine heiße und zumeist trockene Zeit. Das Kapha Dosha (Elemente: Erde und Wasser) ist ausgeglichen und Vata Dosha (Elemente: Luft und Raum) sammelt sich aufgrund der trockenen und flüssigkeitsentziehenden Wirkung der Hitze an. Daher wird empfohlen mehr rohe oder leicht gedämpftes Gemüse mit kühlender Wirkung wie Blattgemüse, Blattsalate, Paprika, Zucchini, Mais und süße Nahrungsmittel wie Reis, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Nudeln, süßes Obst zu essen, viel zu trinken, am besten Wasser, Kräutertees, mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte. Ghee und Milch werden auch empfohlen, jedoch bei Menschen mit guter Kapha Konstitution zurückhaltend zu verwenden, da dadurch auch wieder Kapha (also Körpersubstanz) vermehrt werden kann. Ein Eis ist auch erlaubt, aber vor dem Schlucken langsam im Mund zergehen lassen, da durch zu kalte Speisen oder Getränke das Verdauungsfeuer Agni, das jetzt ohnehin schwach ist, weiter geschwächt wird. Zu vermeiden sind jedoch auf jeden Fall saure, salzige und heiß-scharfe Nahrung, da sich damit die Hitze (Element: Feuer) im Körper und Geist noch mehr verstärkt. Fleisch und Alkohol gehören auch zu dieser Kategorie und verstärken die Hitze im Körper. Also, sehr wenig davon, oder am besten ganz weglassen!!! 😉

Ayurveda empfiehlt leichte oder gar keine sportliche Betätigung (Ausnahme: Schwimmen), Geschlechtsverkehr soll weitestgehend vermieden werden. Aufgrund der kurzen Nächte wird Tagesschlaf in kühlen, gut gelüfteten Räumen empfohlen. Das Tragen von Perlen und kühlenden Edelsteinen wie Saphir, Türkis, Bergkristall, Amethyst wird empfohlen. Zur Kühlung des Körpers kann eine Paste aus Sandelholz helfen.

Das Aufhalten an kühlem Wasser, sei es am Bach, Fluss, See oder Meer oder/und in schattigen Wäldern ist im Sommer besonders zu empfehlen.

Spezieller Tipp für Hochsensible:

Geh den Tag ruhig und entspannt an, schau, wonach Dir gerade ist. Ein Spaziergang allein oder mit Familie/ Freunden im Wald oder ein Tag am See oder Meer, wie wunderbar! Such Dir ein schönes schattiges Plätzchen abseits der großen Menschenmassen. Mache Yoga im Park. Meditiere im Garten oder auf einer Wiese. Genieße den Ausblick von Deinem Balkon. Mache eine Bootsfahrt auf dem See. Genieße, was immer Du auch tust! Und vor allem: sei dankbar, dass Du all das genießen kannst, dass Du dieses Leben hast! Und: lass Dir nichts anderes einreden, wo immer Du auch gerade stehst in Deinem Leben! Ich weiß, wovon ich spreche…

Einen schönen Sommer wünsche ich Dir!

Namasté und Om Shanti

Deine Annette 

Ojas oder Energie auf ayurvedisch

Jetzt ist schon Februar und die Mitte des Winters ist erreicht. Viele Menschen, besonders hochsensible, haben jetzt einen eher niedrigen Energiehaushalt. Begleitet von nur wenigen Lichtstunden, Kälte und feuchtem und trübem Winterwetter ist das die ideale Zeit der inneren Sammlung und des Rückzugs, bevor es in die Aufbruchsstimmung des Frühlings geht. Doch meist ist dies auch verbunden mit abfallender Energie, einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie Lustlosigkeit.

Dies kann dann sogar bis zur Depression führen…

Im Ayurveda wird die Energie als Ojas bezeichnet. Ojas steht für Lebensfreude, Immunkraft und Fruchtbarkeit. Es bewirkt ein langes Leben in Vitalität und Jugendlichkeit, eine positive Ausstrahlung und eine klare Stimme, Intellekt und Gedächtnis werden gestärkt, Krankheiten vermieden sowie Schlafstörungen und Trägheit geheilt.

Nach den alten ayurvedischen Schriften entsteht Ojas als wichtigstes Produkt nachdem alle Verdauungs- und Umwandlungsprozesse der aufgenommenen Nahrung abgeschlossen sind. Ojas ist notwendig für alle geistigen und körperlichen Aktivitäten und ist der Ausdruck des Göttlichen Lichts im Menschen.

Es gibt 2 Arten von Ojas: Para-ojas und Apara-ojasPara-ojas sitzt im Herzen und hat eine Menge von 8 Tropfen. Hierauf haben wir keinen Einfluss. Verringert sich Para-ojas führt dies zum Tod. Apara-ojas befindet sich überall im Körper und ist eine Hand voll (Ardhanjali). Hierauf können wir Einfluss nehmen. Es kann sich durch Ärger/Wut, Grübeln, Stress, Sorgen, Ängste, Eifersucht und körperliche Überanstrengung verringern. Ist Apara-ojas weniger, führt das zu Erschöpfung, Müdigkeit, Burn-Out, Konzentrationsmangel und Depression.

  1. Leidest Du an einem Ojas-Mangel? Hier ist ein kleiner Test für Dich!
  2. Fühlst Du Dich ständig müde, energie- und lustlos und ausgebrannt?
  3. Hast Du eine blass-fahle Haut, stumpfe Augen und evtl. Augenringe?
  4. Ist Dein Immunsystem instabil und bist trotz Erholungsphasen chronisch angeschlagen?
  5.  Leidest Du unter schwacher Libido oder unerfülltem Kinderwunsch?
  6. Bist Du
  • unzufrieden?
  • unglücklich?
  • unruhig?
  • angespannt?
  • reizbar?
  • leer?
  • schwach?
  • überempfindlich?
  • permanent gestresst?
  • von Trauer überwältigt?
  •  alt und verbraucht?
  • psychisch erkrankt?

Treffen zwei oder mehr der oben genannten Gemütszustände auf Dich zu? Ja???

Wie oben beschrieben entsteht Ojas als Endprodukt der Verdauung und Verstoffwechslung unserer Nahrung. Das bedeutet, dass Du Dein Ojas, also Deine Energie und Lebenskraft, zum einen durch eine förderliche Ernährung als auch durch eine positive geistige Haltung wieder aufbauen kannst!!! Ist doch super, oder??? 🙂

Hier ein paar Ernährungstipps zum Ojas-Aufbau

*   alle frischen, natürlichen und einfach zubereiteten Speisen stärken die psychische                   Vitalität

*    liebevolle Zubereitung der Nahrung und achtsames Essen, auch gerne mit Gedanken der Dankbarkeit

*    glücklich machende Nahrungsmittel sind Reis, Rosinen, Mandeln, Mungobohnen (Mung Dal), Zucker, Kuhmilch, Butter und Ghee, Honig, Granatäpfel, Mango, Amla-                      Frucht, Chyavanprash (Amla-Mus) Steinsalz, Safran, frische Fruchtsäfte, frische Kräuter und natürlich auch mal ein Stück dunkle Schokolade 🙂

Empfehlenswert sind auch folgende ayurvedische Kräuter:

*          Ashwagandha

*          Brahmi

*          Amalaki

Doch auch die innere Haltung führt zu einem Aufbau von Ojas, Deiner Lebensenergie.

Diese kannst Du erreichen, indem Du die reinen, glückbringenden und lichtvollen Eigenschaften (Sanskrit: Sattva Guna) in deinem Geist kultivierst. Sei ruhig, friedvoll, ehrlich, wahrhaftig, hilfsbereit, mitfühlend, liebevoll, freudig, zufrieden mit Dir selbst und mit anderen, dann wirst Du viel positive Energie in Dein Leben ziehen, die Dein Ojas stärkt. Deine Anstrengungen werden so leicht und schnell gute Ergebnisse erzielen, so dass Du Deine Aufgaben (Beruf, Familie, Freunde) noch besser verrichten kannst. So erlangst Du Erfolg und Glück in Deinem Leben und die Erfüllung Deines ganz persönlichen Lebenssinnes.

Ich wünsche Dir viel Licht und Liebe dabei!!!

Ayurveda bei Hochsensibilität

Zunächst mal sei gesagt, dass Ayurveda für jeden hilfreich sein kann… Ayurveda ist das Wissen von einem langen und gesunden Leben und wirkt auf ganzheitliche Weise. Körper, Seele und Geist werden als Einheit betrachtet und sind eng miteinander verbunden. Beschwerden auf körperlicher Ebene wirken auf Geist und Seele, sowie Störungen auf psychischer oder mentaler Ebene Schmerzen oder gar Krankheiten auf körperlicher Ebene nach sich ziehen können.

Ayurveda geht davon aus, dass in jedem Menschen drei Hauptenergien, die sog. Doshas, vorherrschen, die individuell sehr unterschiedlich gewichtet sind (Konstitution).

Das Dosha Vāta besteht aus den Elementen Äther (Raum) und Luft und hat trockene, kalte, leichte, feinstoffliche, bewegliche, nichtschleimige und raue Eigenschaften. Es entspricht dem kinetischen Prinzip im Körper und ist für alle Bewegungsvorgänge verantwortlich.

Das Dosha Pitta besteht aus den Elementen Feuer und etwas Wasser und hat die Eigenschaften etwas ölig, heiß, spitz, flüssig, sauer, scharf und beweglich wie eine Flüssigkeit. Es entspricht dem thermischen Prinzip und ist für die Verdauung der Nahrung zuständig.

Das Dosha Kapha setzt sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen und hat schwere, kalte, weiche, ölige, süße, stabile und schleimige Eigenschaften. Kapha entspricht dem Hydroprinzip und ist verantwortlich für die Synthese (Zusammensetzung) von Geweben.

Hochsensibilität ist insbesondere gekennzeichnet von einer verstärkten Wahrnehmung von Sinneseindrücken und der eigenen Gefühlswelt. Auch für Ayurveda-Laien ist leicht zu erkennen, dass diese dem Bewegungsprinzip Vāta zugeordnet werden kann. Vor allem in den seelischen und geistigen Aspekten ihrer Konstitution liegt bei Hochsensiblen ein hoher Vāta-Anteil vor. Einige typische mentale Vāta-Eigenschaften sind:

  • Ausgeprägtes Vorstellungsvermögen
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Instabile Gefühlswelt, leichte Reizbarkeit
  • Wechselhafte Vorlieben
  • Ängste und Sorgen
  • Unentschlossenheit
  • Empfindlichkeit gegen Kälte und Wind
  • Anfälligkeit für Krankheiten, insbesondere neurologische und mentale Erkrankungen sowie Schmerz

Schon durch geringe Einflüsse von außen kann Vāta empfindlich gestört werden. Das geschieht z.B. durch folgende Faktoren:

  • Lärm/ Geräusche
  • Menschenansammlungen
  • Schnell wechselnde visuelle Eindrücke
  • Belastung durch Stress, Hektik, Zeitdruck
  • Zu viel Sitzen
  • Unregelmäßiges Essen
  • Unangemessene Berufstätigkeit

Um ein Leben mit Hochsensibilität gesund und glücklich leben zu können, ist zunächst zu empfehlen, die o.g. Faktoren so weit wie möglich zu reduzieren. Das bedeutet, es ist ratsam, sich Orte der Ruhe zu schaffen, große Menschenansammlungen zu meiden sowie für Entspannung zu sorgen. Außerdem ist es gut, auf ausreichende Bewegung in der Natur und Bildschirmpausen zu achten.

Der Ayurveda empfiehlt zusätzlich eine regelmäßige und beständige Ernährungs- und Lebensweise mit genügend (ca. 2 l) heißes Wasser, Ingwerwasser oder vātareduzierendem Kräutertee, mind. drei warme Mahlzeiten am Tag, die in Ruhe zu genießen sind. Es werden warme, schwere und befeuchtende Nahrungsmittel mit süßem, salzigen, leicht saurem und leicht scharfem Geschmack empfohlen wie z.B. Milch, Weizen, Hafer, Dinkel, Mungbohnen, Mandeln/ Nüsse, Geflügel, Eier und Wurzelgemüse. Auch ist auf die Aufnahme von genügend gesunden Fetten zu achten. Als Gewürze sind Ingwer, Fenchel, Anis, Nelke, Zimt, Kreuzkümmel, Basilikum und Safran gut, weil sie eine wärmende Wirkung haben und verdauungsfördernd sind.

Um Körper, Seele und Geist zu entspannen und zu erden sind warme Ölmassagen mit Sesamöl (Fußmassage, Rückenmassage) zu empfehlen sowie Achtsamkeitsübungen bzw. Meditation, um auch innerlich zur Ruhe zu kommen und wieder Kraft zu schöpfen.

Achtsamkeitsübung zum Ausprobieren:

Bitte setze Dich bequem auf einen Stuhl, Deinen Sessel, Dein Sofa oder Dein Sitzkissen hin, die Füße stehe beide fest auf dem Boden. Wenn Du auf deinem Sitzkissen sitzt, dann sind die Beine voreinander abgelegt. Den Rücken hältst du möglichst gerade, das Kinn in Richtung Brustbein gezogen. Jetzt schließe Deine Augen und beobachte Deinen Atem, wie er ein- und ausströmt. Dabei hebt und senkt sich Deine Bauchdecke. Lass Deine Atmung immer tiefer werden. Beobachte Deinen Atem für 3 bis 5 Minuten.