Ayurvedische Tagesroutine (Teil 2)

Nach der Darmentleerung gemäß Punkt 5 geht es weiter mit

6. Zahnpflege

Ayurveda empfiehlt, die Zähne mit kleinen Zweigen von Indischem Feigenbaum (Banyan), Indischer Buche (Karanja) sowie der Gerber-Akazie (Khadira). Sie haben einen zusammenziehenden, scharfen und bitteren Geschmack. Die Zähne sollten ohne Verletzung des Zahnfleischs gereinigt werden.

Ayurveda sagt auch, dass Menschen, die an Verdauungsstörungen, Erbrechen, Atemnot, Husten, Fieber, Gesichtslähmungen, Durst oder an Krankheiten am Herzen, Augen, Ohren und Kopf leiden, keine Zahnbürste benutzen sollten, sondern nur ein weiches Pulver oder Zahncreme. In ayurvedischen Zahncremes sind die oben genannten Inhaltsstoffe enthalten, z.B. Vicco Vajradanti.

Die traditionelle indische Zahnbürste ist ein Stück Holz des Neembaumes. Es entfernt kleine Nahrungsreste zwischen den Zähnen  und verhilft zu einem starken gesunden Zahnfleisch.

7. Zungenreinigung

Schabe leicht Deine Zunge von hinten nach vorne bis Du die ganze Oberfläche der Zunge für 7 bis 14 Male. Dies stimuliert die inneren Organe, unterstützt die Verdauung und entfernt abgestorbene Bakterien. Vata-Typen können einen Zungenschaber aus Gold, Pitta-Typen einen aus Silber und Kapha-Typen einen Zungenschaber aus Kupfer verwenden. Zungenschaber aus rostfreien Stahl können von allen Dosha-Typen benutzt werden.

8. Mundreinigung

Das Halten von Flüssigkeit im Mund nennt man Gandhusha. Das Halten und Gurgeln von Flüssigkeit im Mund nennt man Kavala.

Ayurveda empfiehlt folgenden Ablauf:

  • Gandhusha mit warmen Wasser für 1-2 Minuten

Kavala mit warmem Wasser für 1-2 Minuten

  • Gandhusha mit warmen Sesamöl für 1-2 Minuten.

Kavala mit warmen Sesamöl für 1-2 Minuten

  • Gandhusha mit warmen Wasser für 1-2 Minuten

Kavala mit warmen Wasser für 1-2 Minuten.

Gandhusha mit warmen Wasser entfernt zu viel Kapha und andere Unreinheiten im Mund.

Gandhusha mit Sesamöl stärkt die Stimme und die Zähne, schützt vor Zahnverfall und heilt Kopfschmerzen. Außerdem werden dadurch Wangenfalten vermindert.

9. Augenreinigung

Das Auge ist der Sitz von Pitta und ist auch empfänglich für Störungen, besonders von Kapha. Die Augensalbe Elaneer Kuzhambu sollte einmal wöchentlich verwendet werden, um Kapha aus dem Auge auszuleiten.

Ansonsten kann eine Augenreinigung durch das Belassen von etwas Ghee (für Vata- und Pitta-Typen) oder Honig (für Kapha-Typen) im Auge erfolgen. Reines Rosenwasser ist ideal für alle 3 Dosha-Typen.

10. Nasenreinigung

Ayurveda empfiehlt, 2-4 Tropfen warmes Öl in jedes Nasenloch zu geben. Dies befeuchtet die Nase, reinigt die Nebenhöhlen, verbessert die Stimme, die Sehkraft und die geistige Klarheit. Die Nase ist das Tor zum Gehirn, daher bewirkt die Ölung der Nase die Nährung des Lebensatems Prana und die Verbesserung der Intelligenz. Für Vata-Typen ist Sesamöl gut, für Pitta-Typen Kokos- oder Olivenöl und für Kapha-Typen Kalmusöl.

Ein besonderes ayurvedisches Öl für die Nasenreinigung (Nasya) ist Anu Thailam.

Du kannst 2 Tropfen Anu Thailam in jedes Nasenloch geben, am besten erwärmt. Es verhindert vorzeitiges Ergrauen der Haare, Glatzenbildung, frühzeitige Faltenbildung der Haut. Es stärkt den Nacken- und Schulterbereich und verhindert den Abbau der Gehirntätigkeit. Es dient zur Verjüngung.

11. Ölung des Körpers

Trage das warme Öl auf den Kopf und den gesamten Körper auf und massiere es sanft in die Haut ein. Dann dusche Dich mit heißem Wasser ab. Es ist besonders gut für diejenigen, die an Krankheiten des zentralen Nervensystems leiden. Das sind meistens Vata-Typen. Wenn Du keine Zeit hast, den ganzen Körper zu massieren, dann massiere mindestens den Kopf, die Ohren und die Füße.

Kopfmassage

Täglich eine sanfte Massage des Schädels macht Dich glücklicher, so Ayurveda. 🙂 Außerdem werden Kopfschmerzen, Haarausfall und Ergrauen der Haare verhindert.  Außerdem wird dadurch der Zellenabbau verzögert.

Ölung der Ohren

Die Ursache für Ohrgeräusche (Tinnitus), zu viel Ohrenschmalz, Hörminderung, liegt an Vata in den Ohren. 2-4 Tropfen warmes Sesamöl können bei diesen Symptomen helfen bzw. ihnen vorbeugen.

Ölung der Füße

Die Füße mit warmen Öl zu massieren hilft bei Schlafproblemen, verbessert die Sehkraft und macht die Haut weich. Es verhilft Dir auch zu einem langen Leben. 🙂

Öl für die verschiedenen Dosha-Typen:

Vata: warmes Sesamöl

Pitta: warmes Kokos- oder Olivenöl

Kapha: warmes Sonnenblumen- oder Senföl

Sesamöl ist für alle Dosha-Typen geeignet.

12. Bewegung

Regelmäßige Bewegung, insbesondere Yoga, verbessert den Kreislauf, die Kraft und Ausdauer. Bewegung hilft, sich danach zu entspannen und gut zu schlafen. Es verbessert die Verdauung und die Ausscheidung. Baue tägliche Bewegung in Deinen Tag ein bis zur Hälfte Deiner Leistungsfähigkeit (bis sich Schweiß auf Stirn, Achseln und Wirbelsäule bildet).

Vata: 12x langsamer Sonnengruß, Heben der Beine, Kamelposition, Kobraposition, Kuhposition

Pitta: 16x kraftvoller Mondgruß, Fischposition, Bootposition, Rollen auf der Wirbelsäule mit angezogenen Beinen, mit aufrechter Wirbelsäule nach vorne lehnen im Langsitz

Kapha: 12x schneller Sonnengruß, Pfauposition, Löweposition, Baumposition, Brückenposition

Nach der Bewegung sollten alle Körperteile sanft massiert werden (ohne Öl)

13. Baden

Ein Bad mit kaltem Wasser erfrischt und reinigt den Körper und Geist. Die Verdauungskraft Agni wird verstärkt und unheilsame Handlungen geheilt. Ein heißes Bad unterhalb des Nackens stärkt den Körper und heilt Vata-Erkrankungen. Heißes Wasser sollte nicht für den Kopf verwendet werden, da es ungesund für Augen und Haare ist.

Ein Bad bewirkt die Klarheit des Geistes und Göttlichkeit Deines Lebens.

14. Kleidung

Das Tragen sauberer Kleidung bringt Dir Schönheit und Tugend.

15. Parfum 

Der von natürlichen Düften, Ölen oder Parfum bewirkt Frische, Charme und Freude. Der Körper strahlt Vitalität aus und das Selbstwertgefühl verbessert sich.

Vata: Amberi Hina, ein Rosenöl

Pitta: Vetiver, Jasmin, Sandelholz

Kapha: Moschus, Amber, Lavendel

16. Atemübungen (Pranayama)

Sitze ruhig und mache folgende Atemübungen:

Vata: 12 Atemzüge durch jeweils ein Nasenloch

Pitta: 16 kühlende Shitali Atemzüge (rolle deine Zunge länglich ein und atme dann durch Deine Zunge

Kapha: 100 bhastrikas: kurze, schnelle Atemzüge durch die Nase

17. Meditation

Ayurveda empfiehlt eine Meditation am Morgen für mindestens 15 Minuten. Du kannst entweder auf dem Kissen oder auf dem Stuhl meditieren. Die Wirbelsäule sollte dabei aufgerichtet sein. Meditation bringt Dir Frieden und Gleichgewicht in Dein Leben.

AUM    AIM (Vata)    HREEM (Pitta)     KLEEM (Kapha)     YAM      NAMAHA

Rezitiere jedes Mantra für 10 Sekunden, zuerst das stärkste Dosha, dann das zweite und dann das letzte, gemäß Deiner Konstitution.

18. Essen

Leichtes Frühstück, volles Mittagessen, leichtes Abendessen

19. Schlaf

Schlaf ist ein Zustand des Bewusstseins, in dem die Sinnesorgane und der Geist sich von der täglichen Aktivität zurückziehen und der Körper entspannt.

Schlaf ist notwendig für Leben, Gesundheit und Konzentration. Er verbessert Agni und die sexuelle Energie. Schlaf bewirkt Heilung und Kraft für den Körper. Ein angemessener Schlaf bewirkt einen frischen, reinen und vitalen Körper und Geist. Die gesündeste Zeit zu Schlafen ist die Nacht.

Hinweis:

Gesundheit und Glück hängen auch stark von der geistigen Einstellung ab. Die Ausübung verschiedener Pflichten gemäß des Dharma ist ein sehr wichtiger Bestandteil der täglichen Routine. Glück ist nicht möglich ohne Erfüllung des Dharma. Dharma ist die rechte Art zu leben. Mitgefühl, Wohltätigkeit und Freundlichkeit bewirken einen friedvollen und ruhigen Geist. Das Nichttöten und Nichtverletzen anderer Lebewesen, weder körperlich noch geistig, wird als das wichtigste Dharma angesehen.

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