Meditation für Hochsensible (Teil 2)

Viele hochsensible Menschen leiden an schneller Erschöpfung, depressiven Verstimmungen und Ängsten.

Dies rührt aus meiner Sicht vor allem aus der Reizüberflutung und der in der westlichen Welt vorherrschenden nach außen gerichteten Lebensweise. Vergnügungen und Befriedigung der Langeweile, inneren Leere und Unzufriedenheit werden oft in Konsumgütern, den zahlreichen Freizeitangeboten wie Kinos, Diskotheken, Konzerten, Festivals, Abenteuer- und Indoorspielplätzen etc. gesucht. Hier lautet die Devise: schneller, höher, weiter, mehr… Es fängt schon bei den Kindern an, die dieses oder jenes Playmobil oder Lego unbedingt haben müssen, weil es der beste Freund/ die beste Freundin auch hat. Später kommen dann die Klamotten oder Fahrgeräte dazu oder der tolle Freizeitpark. Bei den „Großen“ sind es dann auch neue Klamotten, der neueste 3D-Fernseher oder das neue Auto oder das tolle Haus!!! Werden die Wünsche erfüllt, stellt sich der gewünschte Glückszustand jedoch nur kurzfristig ein und ist nach ein paar Tagen wieder verflogen. Die Langeweile und Unzufriedenheit kommt wieder und das nächste Objekt der Begierde wird angepeilt. So befindet sich dieser nach außen gerichtete Mensch und damit eine ganze Gesellschaft, angefangen im Kindesalter, im Dauerstress. Wenn nun Selektierungsfilter im Geist fehlen oder stark herabgesetzt sind, wie das bei hochsensiblen Menschen der Fall ist, sind die oben angegebenen Symptome die natürliche Konsequenz.

Wenn Dir das bekannt vorkommt und Du auch unter Ängsten und Erschöpfungszuständen leidest, möchte ich Dir heute eine Meditation aus dem tibetischen Buddhismus vorstellen: die Meditation der Grünen Tara. Du musst kein Buddhist sein, um diese Meditation auszuüben, gehe nur mit etwas Offenheit heran und schaue, ob sich die Meditation gut für Dich anfühlt.

Die grüne Tara verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und soll vor den acht Arten der Angst schützen. Desgleichen soll sie die ursprüngliche Weisheit vermehren und wird für ihre wunscherfüllenden Qualitäten gepriesen. Es wird ihr eine besondere Schnelligkeit bei der Erfüllung von Wünschen und dem Schutz vor Gefahren zugeschrieben, was durch ihre zum Aufstehen bereite Sitzhaltung symbolisiert wird. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grüne_Tara)

Die acht Arten der Angst, die im tibetischen Buddhismus mit Symbolen ausgedrückt sind, entsprechen im Innern Stolz, Verblendung, Zorn, Neid, falsche Ansichten, Geiz, Begierde und Zweifel. Diese kann man auch in unsere Welt übertragen wie Versagens-, Existenzängste, die Angst vor dem Alleinsein oder vor Krankheit, Alter und Tod.

Übung:

Setz Dich mit aufrechtem Rücken entweder auf Dein Meditationskissen oder einen Stuhl, die Hände liegen mit nach oben geöffneten Handflächen, die rechte auf der linken in Deinem Schoß.

Atme dreimal tief ein und aus, wie in der Übung im 1. Teil dieses Beitrages. Lasse auftauchende Gedanken weiterziehen und konzentriere dich immer wieder auf Deinen Atem.

Nun stelle Dir ungefähr eine Elle über Deinem Kopf die grüne Silbe TAM vor. Dies ist die Silbe aus der Tara hervorgeht. Nun stelle Dir vor, wie Licht aus dem TAM ausstrahlt und alles Positive aus dem Universum und von erleuchteten Buddhas einsammelt. Dann entsteht aus dem TAM die Grüne Tara, die von allen Ängsten, Gefahren und Leiden befreit. Ihr Körper ist von blaugrüner Farbe, die rechte Hand in der Haltung der Freigebigkeit, die linke hält eine Utpalablume, eine Blume, die sich nur erleuchteten Wesen zeigt. Ihr linkes Bein ist angewinkelt und das rechte leicht ausgestreckt. Sie ist sofort bereit, Dir zu helfen.

Du kannst zu ihr sprechen: Oh edle Tara, Du große Befreierin, vor Dir verneige ich mich.

Dann rezitiere ihr Mantra:

OM TARE TUTTARE TURE SOHA

OM: Tara erwachter Körper, Rede und Geist

TARE: Befreiung von der bedingten Welt

TUTTARE: Zerstreuung der acht großen Ängste

TURE: Befreiung von allen körperlichen und geistigen Krankheiten 

SOHA: Ende des Mantras, Vollendung des Weges

Nachdem Du dieses so oft es Dir möglich ist, gesprochen oder gesungen hast, löst sich alles um Dich herum in die Grüne Tara auf. Dann löst sich die Grüne Tara in Licht auf und verschmilzt mit Dir. Du ruhst für eine Weile im gelassenen natürlichen Zustand des Geistes. Dann öffnest Du die Augen und kommst langsam wieder in Deinem Raum an.

Möge die Kraft der Grünen Tara auch Dir hilfreich zur Seite stehen. Mögest Du glücklich sein!

Ich empfehle Dir, diese Meditation regelmäßig zu üben und einfach zu schauen, ob und was sich verändert. Mir persönlich hat sie sehr geholfen, durch seelische Tiefen hindurch zu gehen und zu meinem Selbstwert und meiner Selbstliebe zu finden.

 

Mit Dank an Till Ahrens, der diese Meditation  zur richtigen Zeit in mein Leben brachte _(!)_

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