Ayurveda bei Hochsensibilität

Zunächst mal sei gesagt, dass Ayurveda für jeden hilfreich sein kann… Ayurveda ist das Wissen von einem langen und gesunden Leben und wirkt auf ganzheitliche Weise. Körper, Seele und Geist werden als Einheit betrachtet und sind eng miteinander verbunden. Beschwerden auf körperlicher Ebene wirken auf Geist und Seele, sowie Störungen auf psychischer oder mentaler Ebene Schmerzen oder gar Krankheiten auf körperlicher Ebene nach sich ziehen können.

Ayurveda geht davon aus, dass in jedem Menschen drei Hauptenergien, die sog. Doshas, vorherrschen, die individuell sehr unterschiedlich gewichtet sind (Konstitution).

Das Dosha Vāta besteht aus den Elementen Äther (Raum) und Luft und hat trockene, kalte, leichte, feinstoffliche, bewegliche, nichtschleimige und raue Eigenschaften. Es entspricht dem kinetischen Prinzip im Körper und ist für alle Bewegungsvorgänge verantwortlich.

Das Dosha Pitta besteht aus den Elementen Feuer und etwas Wasser und hat die Eigenschaften etwas ölig, heiß, spitz, flüssig, sauer, scharf und beweglich wie eine Flüssigkeit. Es entspricht dem thermischen Prinzip und ist für die Verdauung der Nahrung zuständig.

Das Dosha Kapha setzt sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen und hat schwere, kalte, weiche, ölige, süße, stabile und schleimige Eigenschaften. Kapha entspricht dem Hydroprinzip und ist verantwortlich für die Synthese (Zusammensetzung) von Geweben.

Hochsensibilität ist insbesondere gekennzeichnet von einer verstärkten Wahrnehmung von Sinneseindrücken und der eigenen Gefühlswelt. Auch für Ayurveda-Laien ist leicht zu erkennen, dass diese dem Bewegungsprinzip Vāta zugeordnet werden kann. Vor allem in den seelischen und geistigen Aspekten ihrer Konstitution liegt bei Hochsensiblen ein hoher Vāta-Anteil vor. Einige typische mentale Vāta-Eigenschaften sind:

  • Ausgeprägtes Vorstellungsvermögen
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Instabile Gefühlswelt, leichte Reizbarkeit
  • Wechselhafte Vorlieben
  • Ängste und Sorgen
  • Unentschlossenheit
  • Empfindlichkeit gegen Kälte und Wind
  • Anfälligkeit für Krankheiten, insbesondere neurologische und mentale Erkrankungen sowie Schmerz

Schon durch geringe Einflüsse von außen kann Vāta empfindlich gestört werden. Das geschieht z.B. durch folgende Faktoren:

  • Lärm/ Geräusche
  • Menschenansammlungen
  • Schnell wechselnde visuelle Eindrücke
  • Belastung durch Stress, Hektik, Zeitdruck
  • Zu viel Sitzen
  • Unregelmäßiges Essen
  • Unangemessene Berufstätigkeit

Um ein Leben mit Hochsensibilität gesund und glücklich leben zu können, ist zunächst zu empfehlen, die o.g. Faktoren so weit wie möglich zu reduzieren. Das bedeutet, es ist ratsam, sich Orte der Ruhe zu schaffen, große Menschenansammlungen zu meiden sowie für Entspannung zu sorgen. Außerdem ist es gut, auf ausreichende Bewegung in der Natur und Bildschirmpausen zu achten.

Der Ayurveda empfiehlt zusätzlich eine regelmäßige und beständige Ernährungs- und Lebensweise mit genügend (ca. 2 l) heißes Wasser, Ingwerwasser oder vātareduzierendem Kräutertee, mind. drei warme Mahlzeiten am Tag, die in Ruhe zu genießen sind. Es werden warme, schwere und befeuchtende Nahrungsmittel mit süßem, salzigen, leicht saurem und leicht scharfem Geschmack empfohlen wie z.B. Milch, Weizen, Hafer, Dinkel, Mungbohnen, Mandeln/ Nüsse, Geflügel, Eier und Wurzelgemüse. Auch ist auf die Aufnahme von genügend gesunden Fetten zu achten. Als Gewürze sind Ingwer, Fenchel, Anis, Nelke, Zimt, Kreuzkümmel, Basilikum und Safran gut, weil sie eine wärmende Wirkung haben und verdauungsfördernd sind.

Um Körper, Seele und Geist zu entspannen und zu erden sind warme Ölmassagen mit Sesamöl (Fußmassage, Rückenmassage) zu empfehlen sowie Achtsamkeitsübungen bzw. Meditation, um auch innerlich zur Ruhe zu kommen und wieder Kraft zu schöpfen.

Achtsamkeitsübung zum Ausprobieren:

Bitte setze Dich bequem auf einen Stuhl, Deinen Sessel, Dein Sofa oder Dein Sitzkissen hin, die Füße stehe beide fest auf dem Boden. Wenn Du auf deinem Sitzkissen sitzt, dann sind die Beine voreinander abgelegt. Den Rücken hältst du möglichst gerade, das Kinn in Richtung Brustbein gezogen. Jetzt schließe Deine Augen und beobachte Deinen Atem, wie er ein- und ausströmt. Dabei hebt und senkt sich Deine Bauchdecke. Lass Deine Atmung immer tiefer werden. Beobachte Deinen Atem für 3 bis 5 Minuten.

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